fabrik.intro (Januar)

Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
wir wünschen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das Jahr 2018! Wie gewohnt können Sie sich auch im neuen Jahr auf viele gute Filme freuen. In unserer "Reihe Künstlerporträts" stellen wir Ihnen im Januar eine Künstlerin und einen Künstler vor: Maud Lewis, eine weltbekannte kanadische Folk-Art-Künstlerin in dem Film "Maudie" (11. bis 14. 1.) und Julian Rosefeldt mit seinen viel diskutierten Videoinstallationen in dem Film "Manifest" mit Cate Blanchett in 13 Rollen (18. - 24. 1.).
Wir beginnen eine neue DEFA-Werkschau zum Regisseur Roland Gräf mit seinem Film von 1984 "Das Haus am Fluß" (19. und 20. 1.). Die Reihe "film & kulinarisches" nehmen wir wieder auf mit dem Reisefilm "Andalusien - Kalifen, Kirchen und Jambon" (ab 25. 1.).
Der Januar ist auch der Monat des Holocaust-Gedenkens, und da gibt es einen sehr beeindruckenden, neuen Film: "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben" von Claus Räfle (11. bis 17.1.), den wir in der Reihe "Die Erinnerung darf nicht enden" präsentieren. In diese Reihe gehören auch die beiden Dokumentarfilme "Geschichte einer Liebe - Freya" von Antje Starost und Hans-Helmut Grotjahn (12. und 13. 1.) und "Wir sind Juden aus Breslau" von Karin Kaper und Dirk Szuszies: Am 26. 1. werden die Regisseure zum Gespräch im Kinos sein! Diese Reihe bietet wichtige Blicke in die Vergangenheit, die uns sensibel halten für die Gegenwart: Und Fatih Akin hat einen großen Spielfilm gegen Rechtsextremismus gedreht ("Aus dem Nichts"), der die (staatliche) Skandalgeschichte um die Morde des NSU als sehr emotionsgeladenes Drama inszeniert. Die Hauptdarstellerin Diane Kruger hat für ihre Rolle in diesem Film in Cannes die Goldene Palme als Beste Darstellerin gewonnen, und der Film ist ganz aktuell für den Golden Globe als Bester fremdsprachiger Film nominiert und steht auf der Arthouse-Hitliste auf Platz 1.: Ein guter Start ins neue Kinojahr.
Während dieses Intro geschrieben wird, haben wir allein im Kino 1 die 10.000-BesucherInnen in 2017 überschritten, und das war also das beste Jahr seit Bestehen unseres Programmkinos. So gehen wir wohlgemut in das Neue Jahr und hoffen sehr, daß Sie uns die Treue halten und freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr fabrik.team

 

 

kino 1

SIMPEL
BRD 2017, Farbe, 113 Min.
Regie: Markus Goller
Darsteller: David Kross, Frederick Lau, Devid Striesow u.a.
Ein junger Mann kümmert sich liebevoll um seinen geistig behinderten jüngeren Bruder. Als die alleinerziehende Mutter der beiden stirbt, soll der behinderte Junge in ein Heim eingewiesen werden. Der jüngere Bruder will das verhindern, und beide fliehen Richtung Nordsee. Herzzerreissend und brüllend komisch inszeniert Markus Goller diese Geschichte nach dem gleichnamigen Roman von Marie-Aude Murail. (läuft vom 4. bis 10. 1. jeweils um 18 Uhr)

AUS DEM NICHTS
BRD/Frankreich 2017, Farbe, 106 Min.
Regie: Fatih Akin, Darsteller: Diane Kruger, Denis Moschitto
"Nach einem Bombenattentat nimmt die Polizei die Angehörigen der Opfer ins Visier, statt den Verdachtsmomenten bei Rechtsextremen nachzugehen: Fatih Akin macht aus der Geschichte um die NSU-Morde ein spannendes Drama, das nicht durch Argumente, sondern durch Emotion besticht." (epdFilm) Diane Kruger gewann in Cannes die Goldene Palme als Beste Darstellerin.
(läuft 4. bis 10. 1. jeweils um 20.15 Uhr)

"Reihe Künstlerporträts"
MAUDIE
Kanada/Irland 2016, Farbe, 116 Min.
Regie: Ailsing Walsh
Darsteller: Ethan Hawks, Sally Hawkins Biografischer Film über die kanadische Folk-Art-Künstlerin Maud Lewis (1903 - 1970), die sich erst mit Mitte 30 aus der Bevormundung ihrer Tante löste, indem sie einen herrischen Mann aus einfachen Verhältnissen heiratete. Der Film erzählt diese wahre und sehr berührende Geschichte von Maud und Everett, die beide vom Leben nie begünstigt wurden, aber durch ihre Liebe füreinander das größte Glück fanden. Noch in den letzten Jahren ihres Lebens erlebte Maud Lewis ihren Durchbruch als Künstlerin. Ihre Gemälde hängen heute in zahlreichen Kunstsammlungen weltweit. (läuft vom 11. bis 14. 1. jew. um 18 Uhr und vom 15. bis 17. 1. jeweils um 20.15 Uhr)

"Die Erinnerung darf nicht enden"
DIE UNSICHTBAREN - WIR WOLLEN LEBEN
BRD 2017, Farbe, 110 Min.
Regie: Claus Räfle, Darsteller: Max Mauff, Alice Dwyer u.v.a.
"7.000 jüdische Bewohner Berlins widersetzten sich 1943 der Deportation, indem sie in der Metropole in unterschiedlicher Tarnung und in verschiedenen Verstecken untertauchten. Vier Überlebende erinnern sich an ihre dramatischen Erlebnisse als Jugendliche und erweisen sich dabei als begnadete Erzähler. Diese Zeitzeugen-Interviews verknüpft der Film dramaturgisch geschickt mit spannenden, vorzüglich interpretierten Spielszenen, die Ängste und Schrecken ebenso spürbar machen wie Unternehmensgeist, Hoffnungen und den bemerkenswerten Rückhalt in der Bevölkerung Berlins. Ein intensiver, bewegender, dokumentarischer Spielfilm, der nachdrücklich an den Mut zum Widerstand gegen Unrecht und Verfolgung appelliert." (filmdienst) (läuft vom 11. bis 14. 1. jeweils um 20.15 Uhr und vom 15. bis 17. 1. jeweils um 18 Uhr)

"Reihe Künstlerporträts"
MANIFESTO
BRD/Australien 2015, Farbe, 98 Min., OmU, Regie: Julian Rosefeldt
Darsteller: Cate Blanchett in 13 Rollen
"Die Kinofassung der vieldiskutierten Videoinstallation Rosefeldts aus dem Jahr 2015: Mini-Narrative, die ein Dutzend Mal Cate Blanchett als unvermutetes Sprachrohr des Aufruhrs in jeweils überraschenden Kontext zeigen. Konzeptkunst als spielerische Auseinandersetzung mit tiefernsten Motiven. Riskant, geglückt." (epdFilm) Mit Texten von Künstlergruppierungen wie Futuristen, Dadaisten, Fluxus, Suprematisten, Situationisten und anderen. (läuft vom 18. bis 24. 1. jeweils um 18 Uhr)

GOD'S OWN COUNTRY
GB 2017, Farbe, 104 Min., dt. Fassung
Regie: Francis Lee, Darsteller: Josh O'Connor, Gemma Jones u.a.
Ein hoffnungsloser Jungbauer in Yorkshire (Nordengland) verliebt sich in einen ziemlich coolen rumänischen Saisonarbeiter. "Einfühlsames Drama, das mit hautnahen Bildern eine intime Nähe zu den Figuren aufbaut. Dabei erhält die Liebesbeziehung der wortkargen Männer ebenso viel Raum wie die detailgenaue Schilderung des Farmerlebens in einer kriselnden Region." (filmdienst) (läuft vom 18. bis 24. 1. jeweils um 20.15 Uhr)

"film & kulinarisches"
ANDALUSIEN - KALIFEN,
KIRCHEN UND JAMON

BRD 2011, Farbe, 92 Min., dt. Fassung
Regie: Kathrin Wagner, Herbert Lenz
Jahrhunderte prägten die islamischen Mauren das Gesicht des Landes im Süden der iberischen Halbinsel. Ihre Spuren überdauerten die Zeiten, z.B. die Alhambra in Granada und die Kathedralmoschee in Cordoba. Der Film führt über die Gipfel der Sierra Nevada, dem olivenbewachsenen Hügelland sowie den Sand- und Felsküsten bis nach Malaga ans Mittelmeer. Ein Reisefilm zur Einstimmung auf einen kulinarischen Abend in unserer Gaststätte. (läuft vom 25. bis 31. 1. jeweils um 18 Uhr)

SOMMERHÄUSER
BRD 2017, Farbe, 97 Min., Regie: Sonja Maria Kröner, Darsteller: Laura Tonke, Tomas Loibl u.a.
Im heiß-schwülen Sommer des Jahres 1976 wird der Gemeinschaftsgarten einer Familie zum Schauplatz absurder, komischer Situationen. Während sich die Erwachsenen nicht über den Verkauf des Grundstücks einigen können, erkunden die Kinder den Garten und das geheimnisvolle Nachbargrundstück. "Eindrucksvoll gespielte Komödie über die Widersprüche in Lebensentwürfen, die souverän zwischen dramaturgischer Verdichtung und unbeschwerter Sommerfrische balanciert." (filmdienst) Zwei Preise beim Filmfest in München: "Bester Film" und "Beste Regie". (läuft vom 25. bis 31. 1. jeweils um 20.15 Uhr)

Filmreihe "Vielfalt und Toleranz"
THE BICK SICK
USA 2017, Farbe, 120 Min., dt. Fassung, Regie: Michael Showalter, Darsteller: Kumain Nanjiani, Zoe Kaszan u.a.
"Kumai Nanijani, amerikanischer Komiker mit pakistanischem Hintergrund, spielt die Hauptrolle in der Verfilmung seiner eigenen Beziehungsgeschichte, die als romantische Komödie angelegt ist und realistisch von der Überwindbarkeit interkultureller Differenzen erzählt. Der Film ist witzig, traurig, bescheiden, klug und wahrhaftig." (epdFilm) Mit viel Herz und noch mehr Humor erzählt der Film über Liebe und Verzeihen und das Überwinden kultureller Grenzen. Basiert auf einer wahren Begebenheit und ist eine dieser berührenden Geschichten. "Seid gewarnt: Ihr werdet lachen bis es weh tut." (Rolling Stone) (läuft vom 1. bis 7. 2. jeweils um 18 Uhr)

MEINE SCHÖNE INNERE SONNE
Frankreich/Belgien 2017, Farbe, dt. Fassung, Regie: Claire Denis, Darsteller: Juliette Binoche, Xavier Beuvois u.a.
Umgeben von Menschen und trotzdem allein. Isabelle lebt das Leben eines Singles in der Großstadt Paris. Sie ist eine Frau mit Vergangenheit - stark und unabhängig, als Künstlerin anerkannt, aber dafür wenig erfolgreich, wenn es um die Liebe geht. "Claire Denis' erste Komödie ist eine bitter-süße Chronik amouröser Ungewissheiten, demonstriert von einer hinreißenden Juliette Binoche als Frau auf der Suche nach der großen Liebe." (epdFilm) (läuft vom 1. bis 7. 2. jeweils um 20.15 Uhr)

 

kino 2

"Werkschau missingFILMs-Verleih"
ACT! WER BIN ICH?
BRD 2017, Farbe, 87 Min.
Regie: Rosa von Praunheim
"Mit seiner dokumentarischen Reise in die keineswegs konfliktfreie Mixed Zone zwischen Neuköllner Jugendkultur und Theater-Pädagogik ist Rosa von Praunheim eine mitreißende Hommage an die jungen und älteren Helden positiven Engagements im Berliner Großstadtdschungel gelungen." (epdFilm) Der Film offenbart, welches Potential in sogenannten „Problemkindern“ schlummert und wie man sie mit einem „alternativen“ Bildungskonzept erreichen kann. (läuft am 5. und 6. 1. jeweils um 20 Uhr)

"Die Erinnerung darf nicht enden"
GESCHICHTE EINER LIEBE - FREYA
BRD 2016, Farbe, 87 Min., Regie: Antje Starost, Hans-Helmut Grotjahn
"Dokumentarisches Porträt der betagten Schriftstellerin und Juristin Freya von Moltke (1911 bis 2010), die Ende der 1920er Jahre Helmuth James Graf von Moltke kennen und lieben lernte und ihn heiratete. Der Gründer des Kreisauer Kreises wird später als Widerstandskämpfer hingerichtet. Nina Hoss und Ulrich Matthes lesen im chronologischen Rücklauf aus den Briefen des Paares, das bis zu von Moltkes Hinrichtung am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee intensiv miteinander kommunizierte. Einfühlsamer Film um die private Tragödie der Liebenden in den Wirren einer inhumanen Epoche.” (fimdienst) (läuft am 12. und 13. 1. jeweils um 20 Uhr)

Kleine Werkschau Roland Gräf
DAS HAUS AM FLUSS
DDR 1984/85, Farbe, 89 Min.
Regie: Roland Gräf, Darsteller: Katrin Sass, Sylvester Groth, Jutta Wachowiak Nach Vorlage der Erzählung "Der Russenpelz" von Friedrich Wolf beschreibt der Film Episoden aus dem Leben der Familie Voß während des Zweiten Weltkriegs. Roland Gräfs 7. Spielfilmregie wird vor allem zum Ereignis durch die vier Darstellerinnen Katrin Sass, Jutta Wachowiak, Corinna Harfouch und Johanna Schall, die die Schicksale der weiblichen Familienmitglieder eindringlich darstellen. (läuft am 19. und 20. 1. jeweils um 20 Uhr)

"Die Erinnerung darf nicht enden"
"film & gespräch"
WIR SIND JUDEN AUS BRESLAU
BRD 2016, Farbe, 113 Min.
Regie: Karin Kaper, Dirk Szuszies
"14 jüdische Zeitzeugen erzählen von ihrer Kindheit in Breslau, davon, wie sie der Vernichtung entkamen und wie es ihnen im Exil erging. Die Gespräche werden durch Spaziergänge durch das heutige Wroclaw ergänzt, bei denen die Protagonisten einer deutsch-polnischen Jugendgruppe ihre ehemalige Stadt zeigen. Der Film "erzählt bewegend von Geschichte und Gegenwart" (Tagesspiegel) und setzt ein eindringliches Zeichen gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. (läuft am 26. und 27. 1. jeweils um 20 Uhr - am 26. 1. ist die Regisseurin Karin Kaper zum Gespräch im Kino!)

"Reihe Künstlerporträts"
GEMME DANGER
USA 2016, teilw. s/w, 108 Min., OmU
Regie: Jim Jarmusch
In den 60er Jahren schlugen "The Stooges" mit ihrem gewaltigen und energischen Stil wie eine Bombe in die Musiklandschaft ein. Der Film ist die Chronik dieser Geschichte - eine der größten des Rock'n'Roll. Die Dokumentation über Frontmann Iggy Pop wirft einen einzigartigen Blick auf die Erfolge und Misserfolge der Band und erzählt von Inspiration, dem harten Weg zum Erfolg und dem musikalischen Vermächtnis. "Mit seiner Dokumentation setzt Jarmusch Iggy Pop und den Stooges ein glorioses Denkmal. Sein hemmungslos subjektives Bandporträt entwickelt dabei eine ästhetisch-politische Kraft, die den Alben der Stooges in nichts nachsteht." (epdFilm) (läuft 2. und 3. 2. jeweils um 20 Uhr)