fabrik.intro (März)

Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
sehr viele, sehr gute Filme, eine Preisverleihung (am 7. 3.), international bekannte Gäste und zwei brisante Dokumentarfilme prägen das März-Programm. Der eine Dokumentarfilm "Furusato - Wunde Heimat" richtet sein Interesse auf die Menschen, die seit der Reaktor-Katastrophe vor 7 Jahren im verseuchten Gebiet um Fukushima leben (ab 15. 3.) und "Über leben in Demmin" erzählt von dem Trauma von 1945 als Hunderte von Menschen aus Angst vor der Roten Armee Selbstmord begingen (zum Start am 25. 3. kommt der Regisseur zum Gespräch zu uns ins Kino). Freudvolles und Leidvolles stehen eng beieinander, und wir müssen damit umgehen, daß es Beides gibt, und wir sollten uns damit auseinandersetzen. Aber wir bieten auch genügend Entspannendes, so daß Sie nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Genießen eingeladen sind, z.B. in unserer Reihe "film & kulinarisches" zu einem Südstaaten-Menü nach dem Film "Das Leuchten der Erinnerung" (ab dem 8. 3.) mit Helen Mirren und Donald Sutherland in den Hauptrollen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr fabrik.team

kino 1 & kino 2

WIR TÖTEN STELLA
Österreich 2017, Farbe, 98 Min.
Regie: Julian Polster
"Eine Frau mittleren Alters nutzt die Abwesenheit ihrer Familie, um sich über den Verlauf der vergangenen Monate klarzuwerden. Eine in ihren Haushalt aufgenommene junge Frau hatte sich vor einen Lastwagen gestürzt. Die Literaturverfilmung nach einer Novelle von Marlen Haushofer führt die mit „Die Wand“ (2012) begonnene Trilogie über Frauenfiguren fort, die nicht selbstbestimmt leben können.“ (filmdienst)
(läuft vom 1. bis 6. 3. jeweils um 18 Uhr)

„Vielfalt und Toleranz“
VOLL VERSCHLEIERT
Frankreich 2017, Farbe, 88 Min.
Regie: Sou Abadi
Darsteller: Felix Monti, Camélia Jordan u.a.
Ein weiterer Komödienhit aus Frankreich zu einem brennend aktuellen Thema. Die Regisseurin erzählt mit frechem Humor von Armand, der sich verschleiert als Kommilitonin seiner Freundin Leila tarnen muß, um an ihrem religiösen Bruder vorbei zu kommen. Als dieser sich in die „betörende Muslima“ verliebt, wird’s richtig kompliziert - und irre komisch. „Mit ihrem autobiografisch motivierten Film, der vor alberner Überzeichnung nicht zurückscheut, unterläuft die iranische Regisseurin die ritualisierte Frauenverschleierung im konservativen Islam.“ (epdFilm) „Frech, intelligent und fantasievoll“ (A nous Paris)
(läuft vom 1. bis 6. 3. jeweils um 20.15 Uhr)

„Reihe Künstlerporträts“
TIMESWINGS - THE ART OF HANNE DARBOVEN“
BRD 2016, Farbe, 85 Min.
Regie: Rasmus Gerlach
„Dokumentarfilm über die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941 - 2009), die sich selbst als ‚Buchhalterin der Zeit‘ verstand und in ihren Werken eine Art Kontrolle über die Zeitlichkeit anstrebte. Während er assoziativ-chronologisch und betont antididaktisch ihr Leben und Schaffen nachzeichnet, erinnern sich Ausstellungsmacher und Mitarbeiter an die dandyhaft-androgyne Künstlerin, die in Achivaufnahmen mit ihrem berüchtigten hanseatischen Charme selbst zu Wort kommt.“ (filmdienst)
(läuft am 2. und 3. 3. jeweils um 20 Uhr)

PREISVERLEIHUNG 8. Neustrelitzer Naturfilmfestival MENSCH! NATUR!
Der Preis wird überreicht an die Publikumssiegerin Léa Pool für ihren Film
DAS GEHEIMNIS DES BLAUEN SCHMETTERLINGS
Kanada/GB 2003, Farbe, 94 Min.
Regie: Léa Pool
Darsteller: William Hurt, Marc Donato u.a.
Der 10jährige Pete leidet an einem Gehirntumor und hat wahrscheinlich nur noch kurze Zeit zu leben. Als leidenschaftlicher Schmetterlingssammler hat er einen großen Wunsch: Er möchte ein Exemplar des "Blauen Morphofalters" fangen - ein in den Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas lebendes Insekt. Der Insektenforscher Alan Osborne läßt sich überreden, mit dem Jungen nach dem Schmetterling zu suchen. So beginnt eine abenteuerliche Reise in die ebenso gefährliche wie faszinierende Wildnis. Der Film entwickelt sich "zu einem sich steigernden Rausch exotischer Bilder." (NZZ)
(Wir freuen uns sehr, daß die international bekannte, schweizerisch-kanadische Regisseurin den von der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz gesponsorten Preis hier persönlich entgegen nimmt, und zwar am 7. 3. um 19.30 Uhr mit anschl. Gespräch)

"film & kulinarisches"
DAS LEUCHTEN DER ERINNERUNG
Italien/USA 2017, Farbe, 113 Min.
Regie: Paolo Virzi nach dem gleichnamigen Roman von Michael Zadoorian
Darsteller: Helen Mirren, Donald Sutherland u.a.
"Ein altes Ehepaar entfieht der Fürsorge seiner erwachsenen Kinder, die den dementen Vater in einer Pflegeeinrichtung unterbringen wollen, und macht sich mit einem Campingbus auf eine Reise in den Süden der USA. Während die beiden für sie wichtige Orte aufsuchen, genießen sie ihre Zusammengehörigkeit, die durch immer größer werdende Gedächtnislücken des Mannes zu erodieren droht. Ein Road Movie mit brillanten Hauptdarstellern, in dem die melancholische Reflexion übers Altern von humorvollen Momenten aufgelockert wird." (filmdienst)
(läuft vom 8. bis 14. 3. jeweils um 18 Uhr)

DER SEIDENE FADEN
USA 1017, Farbe, 130 Min.
Regie: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Vicky Krieps u.a.
"Daniel Day-Lewis als neurotischer Modeschöpfer, Vicky Krieps als seine selbstbewusste Geliebte, inszeniert von Paul Thomas Anderson: ein berauschend schönes Werk über Liebe und Macht, Stil und Starrsinn. Das ist eine 50er-Jahre-Romanze, die zum Beziehungsdrama und sogar zum Thriller wird. Eine vielschichtige Reflexion über Macht und Liebe - und eine seltene visuelle Pracht." (epdFilm) "Ein ruhiger, eleganter und subtil-komischer Beziehungsthriller der Extraklasse!" (Yorcker)
(läuft vom 8. bis 14. 3. jeweils um 20.15 Uhr)

DORIAN GRAY IM SPIEGEL DER BOULEVARDPRESSE
BRD 1983, Farbe, 150 Min.
Regie: Ulrike Ottinger
Darsteller: Veruschka von Lehndorff, Delphine Syrig, Tabea Blumenschein, Irm Herrmann u.a.
"Die Chefin eines Medienkonzerns wählt einen Dandy als Skandal-Kandidaten, um ihn marktgerecht aufzubauen und zu vernichten. Die ironisch, opernhafte und mehrfach gebrochene kulturkritische Reflexion über Macht, Identität, Gefühle und die Manipulation der Medien lebt von fantastischen Filmeinfällen, kulturellen Assoziationen und der Kunst des Dekors."
(läuft am 9. und 10. 3. jeweils um 20 Uhr - am 24. 3. ist Veruschka von Lehndorff selbst bei uns im Kino, und wir sprechen über den Film "Veruschka - Inszenierung (m)eines Körpers")

"7 Jahre nach Fukushima"
FURUSATO - WUNDE HEIMAT
BRD 2017, Farbe, 90 Min., OmU
Regie: Thorsten Timpop
Die schwerste Nuklearkatastrophe jüngerer Zeit ereignete sich 2011 im japanischen Fukushima. Sieben Jahre später ist das Thema bei uns längst aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden, für die Bewohner des verseuchten Gebiets bestimmt es das Leben. Auf diese Menschen konzentriert sich der Film, Menschen, deren Leben von einem Moment auf den anderen die Zukunft genommen wurde. Und der Film geht der Frage nach, warum Tausende ihre Heimat trotz viel zu hoher Strahlenwerte die Region nicht verlassen. Ein hochaktueller Film, wenn wir z.B. bedenken, daß direkt an der Grenze zu Deutschland super-marode Atommeiler stehen (Frankreich, Belgien) und neue in Planung sind (Polen).
(läuft am 15. bis 21. 3. jeweils um 18 Uhr)

Kleine Werkschau Roland Gräf
P. S.
DDR 1979, Farbe, 98 Min.
Regie: Roland Gräf
Darsteller: Andrzej Pieczynski, Jutta Wachowiak u.a.
Der im Waisenhaus aufgewachsene Peter Seidel, genannt P.S., zieht nach Berlin, erhält Arbeit in einer Baubrigade und verstrickt sich in mehrere komplizierte Liebesbeziehungen. Ein junger Mann auf der Suche nach seinem Platz im Leben der DDR Ende der 70er Jahre.
(läuft am 16. und 17. 3. jeweils um 20 Uhr)

WONDER WHEEL
USA 2017, Farbe, 102 Min., dt. Fassung
Regie: Woody Allen
Darsteller: Jim Belushi, Kate Winslet u.a.
Woody Allens Sehnsuchtsort ist in seinem neuen Film Coney Island in den 50er Jahren. Ein Wunschtraum in leuchtenden Farben, der seine Protagonisten den trüben Alltag vergessen lässt. Hier beginnt ein Student eine Affäre mit einer verheirateten Frau und verliebt sich zugleich in die Tochter von deren Ehemann. Die Dreiecksgeschichte lotet im Mikrokosmos des Vergnügnungsviertels an der Ostküste höchst eindringlich Leid und Leidenschaft aus. Kate Winslet auf dem Höhepunkt ihrer Schauspielkunst.
(läuft am 15. bis 21. 3. jeweils um 20.15 Uhr)

ICH, JUDAS - EINER WIRD MICH VERRATEN
BRD 2017, Farbe, 87 Min.
Diese Aufzeichnung von Ben Beckers Performance im Berliner Dom vom 18. 3. 2017 enthält die "Verteidigungsrede des Judas Ischariot" . Mit dem Film hat Ben Becker den Nerv der Zeit getroffen und die Menschen zum Nachdenken angeregt. Ben Becker hält ein mitreißendes Plädoyer für den ewig Verdammten Judas, auf der Grundlage der Romane von Walter Jens und Amos Oz. Demnach ist das Bild von Judas, dem Verräter, ein Vorurteil mit den fatalsten Folgen: Antisemitismus, Judenverfolgung, Glaubenskriege. "Sich überschlagende Kritiken, ausverkaufte Häuser und Standing Ovations nach jeder Vorstellung." (Kulturnews)
(läuft am 22. und 23. 3. jeweils um 18 Uhr)

NOTHING PERSONAL
Niederlande/Irland 2009, Farbe, 85 Min.
Regie: Urszula Antoniak
Darsteller: Stephen Rea, Lotte Verbeek
Die junge Holländerin Anne entflieht ihrem Alltag und trampt nach Irland. Dort trifft sie den älteren intelektuellen Martin, der allein auf einer kleinen Halbinsel in Connemara lebt. Die Beiden gehen eine Zweckgemeinschaft ein: Arbeit gegen Essen. Einzige Bedingung: Kein persönlicher Kontakt. Doch Anne und Martin werden neugierig aufeinander. In der traumhaften, westirischen Landschaft entwickelt sich eine ganz eigene Liebesgeschichte.
(läuft am 22. und 23. 3. jeweils um 20 Uhr)

ALTE JUNGS
Luxemburg 2017, Farbe, 112 Min.
Regie: Andy Bausch
Darsteller: André Jung, Marc Lorenci u.v.a.
Vier zerknautschte alte Männer haben genug davon, wie kleine Kinder behandelt zu werden. Gemeinsam mit ihren Freunden planen sie eine Zukunft jenseits des Altenheims. Nuckes, der Alt-68er, ist die treibende Kraft, und er weiß, wie man "Widerstand" organisiert. Der Tod kann warten. Das Leben nicht. Mit einem großartigen Ensemble hat Andy Bausch eine liebevolle und herrlich politisch unkorrekte Komödie über eine unangepasste Truppe alter Jungs gedreht.
(läuft am 22. und 23. 3. und vom 25. bis 28. 3. jeweils um 20.15 Uhr)

"Werkschau missingFILMs-Verleih“ - "film & gespräch"
VERUSCHKA - INSZENIERUNG (M)EINES KÖRPERS
BRD 2005, Farbe, 72 Min.
Regie: Paul Morrissey, Bernd Böhm
mit Vera Lehndorff
Vera Lehndorf lebt nicht gerne in Erinnerungen, obwohl sie auf eine Karriere zurückblicken kann, die sich auch 40 Jahre danach atemberaubend glamourös erzählen lässt: Als "Veruschka" wurde sie zum Supermodel, bereits 1970 war ihr Gesicht auf 800 Modemagazinen weltweit. Ihr Filmdebüt gab sie schon 1966 in Antonionis Kultfilm "Bow Up", und wir können sie am 9. und 10. 3. im Film "Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse" in der Hauptrolle sehen. Bitte nicht entgehen lassen!
(Vera Lehndorff ist zur Vorführung des Films bei uns im Kino: läuft nur am 24. 3. um 19.30 Uhr)

"film & gespräch" zum Bundesstart des Films
ÜBER LEBEN IN DEMMIN
BRD 2017, Farbe, 90 Min.
Regie: Martin Farkas
Auch in Demmin gab es - wie in Neustrelitz - 1945 eine große Welle an Selbstmorden. Der Film erzählt von Depression, Gruppenzwang, Fremdenfeindlichkeit, falscher Trauer und dem politischen Missbrauch von Gefühlen – aber auch vom Überleben, vom Willen, sich gegen Hass und Fanatismus zu stellen und dem Wunsch, die Vergangenheit umfassend aufzuarbeiten. Der Film zeigt: Dieses Trauma ist bis in die Gegenwart präsent.
(läuft vom 25. bis 28. 3. jeweils um 18 Uhr - am 25. 3. ist der Regisseur zum Filmgespräch im Kino!)

LICHT
Österreich/BRD 2017, Farbe, 97 Min.
Regie: Barbara Albert
Darsteller: Maria Dragus, Devid Striesow u.a.
"Vielschichtiges, hervorragend gespieltes und inszeniertes Drama um die blinde Pianistin Maria Theresia Paradis (Maria Dragus) und die Begegnung mit dem 'Magnetiseur' Franz Anton Mesmer (Devid Striesow)." (epdFilm) "Der mit Rokoko-Reizen nicht geizende Kostümfilm entfaltet eine bittere Emanzipationsgeschichte, in der die Hoffnung auf ein Leben ohne Zwang und Behinderung nur um den Preis der Bedeutungslosigkeit zu haben ist. Der in der Hauptrolle großartig gespielte Film vermag seine mal lakonisch, mal mit beißenden Seitenhieben inszenierte Kritik an der höfischen Welt des 18. Jahrhunderts augenzwinkernd auch auf die Gegenwart zu beziehen." (filmdienst)
(läuft vom 29. 3. bis 4. 4. jeweils um 18 Uhr)

DAS LEBEN IST EIN FEST
Frankreich/Kanada/Belgien 2016, Farbe, 116 Min.
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Nach 30 Jahren im Dienst rauschender Hochzeiten will ein französischer Eventmanager sein florierendes Unternehmen verkaufen. Doch bei der letzten Veranstaltung auf einem barocken Schloss geht alles schief, was schiefgehen kann. Die schwungvolle Komödie porträtiert einen ganzen Mikrokosmos an menschlichen Gefühlen mit einem enormen Gespür für die komischen Folgen von Fehltritten. Ein Feuerwerk aus Klamauk und Slapstick, inszeniert von den Regisseuren, die mit ihrem Film "Ziemlich beste Freunde" 2012 schon einmal einen Riesen-Überraschungserfolg gelandet haben.
(läuft vom 29. 3. bis 4.4. jeweils um 20.15 Uhr)

In Kooperation mit dem Eine-Welt-Laden Neustrelitz
"Vielfalt und Toleranz"
HONIG UND ASCHE
Schweiz/Tunesien 1996, Farbe, 80 Min., OmU
"Drei dramaturgisch geschickt miteinander verzahnte Geschichten um nordafrikanische Frauen verschiedener sozialer Herkunft: Eine 20jährige flüchtet vor den rigiden patriarchalischen Familienverhältnissen und verdient sich ihr Studium als Prostituierte; eine Frau wird von ihrem Mann, einem Universitätsprofessor, brutal mißhandelt; eine selbstbewußte Ärztin gibt ihre Erfahrungen an ihre Tochter weiter. Ein einfühlsamer Film, der die Frauen nicht nur als Opfer darstellt, sondern auch ihren Kampf um Würde beschreibt. Dabei weist ihr Schicksal über das arabisch-muslimische Milieu hinaus und erlangt universelle Bedeutung." (filmdienst)
(läuft am 30. und 31. 3. jeweils um 20 Uhr)