fabrik.intro
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
die Besuche von Charly Hübner, der als Filmregisseur zu uns ins Kino kommt (am 8. 4. um 19.30 Uhr - noch vor dem Bundesstart seines Film "Wildes Herz") und der Besuch des Jungregisseurs Johannes Preuß am 26. 4. anläßlich der Übergabe des Publikumspreises, den er für seinen Kurzfilm "Galamsey - für eine Handvoll Gold!" beim letzten "Neustrelitzer Naturfilmfestival MENSCH! NATUR! " gewonnen hat (gleichzeitig holte er für den Film in Los Angeles den Studentenoscar!), sind zwei Höhepunkte des April-Programms. Wir freuen uns auf den Besuch der Filmemacher. Und wir freuen uns auf den Besuch von Frau Tanja Trögel, Leiterin der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, die uns zum Gespräch über den Film "Verzeiht, dass ich ein Mensch bin" (DDR 1988) zur Verfügung steht, den Lew Hohmann über Friedrich Wolf für das DDR-Fernsehen gedreht hatte und den wir anläßlich der Theateraufführung des Friedrich-Wolf-Stücks "Die Matrosen von Cattaro" zeigen.
Die weiteren Filmreihen und cineastischen Perlen entnehmen Sie bitte diesem Programmheft und verpassen Sie bitte nicht den sehr selten gezeigten Eisenstein-Stummfilm "Die Generallinie" (UdSSR 1926 - 29) in der live-Musikbegleitung von Alexander Kraut, Berlin.
Ende April stellt ein bemerkenswerter Dokumentarfilm, den wir in der Reihe "Vielfalt und Toleranz" zeigen, die Frage: "Wann wird es endlich wieder Sommer?". Wir haben die Tische und Stühle schon in unser Gartenlokal gestellt und erwarten sehnlich die ersten Tage, an denen wir dort wieder unsere Gäste bewirten können.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr fabrik.team

kino 1

LICHT
Österreich/BRD 2017, Farbe, 97 Min.
Regie: Barbara Albert
Darsteller: Maria Dragus, Devid Striesow u.a.
"Vielschichtiges, hervorragend gespieltes und inszeniertes Drama um die blinde Pianistin Maria Theresia Paradis (Maria Dragus) und die Begegnung mit dem 'Magnetiseur' Franz Anton Mesmer (Devid Striesow)." (epdFilm) "Der mit Rokoko-Reizen nicht geizende Kostümfilm entfaltet eine bittere Emanzipationsgeschichte, in der die Hoffnung auf ein Leben ohne Zwang und Behinderung nur um den Preis der Bedeutungslosigkeit zu haben ist. Der in der Hauptrolle großartig gespielte Film vermag seine mal lakonisch, mal mit beißenden Seitenhieben inszenierte Kritik an der höfischen Welt des 18. Jahrhunderts augenzwinkernd auch auf die Gegenwart zu beziehen." (filmdienst)
(läuft vom 29. 3. bis 4. 4. jeweils um 18 Uhr)

DAS LEBEN IST EIN FEST
Frankreich/Kanada/Belgien 2016, Farbe, 116 Min.
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Darsteller: Jean-Pierre Bacri, Gilles Lellouche u.a.
Nach 30 Jahren im Dienst rauschender Hochzeiten will ein französischer Eventmanager sein florierendes Unternehmen verkaufen. Doch bei der letzten Veranstaltung auf einem barocken Schloss geht alles schief, was schiefgehen kann. Die schwungvolle Komödie porträtiert einen ganzen Mikrokosmos an menschlichen Gefühlen mit einem enormen Gespür für die komischen Folgen von Fehltritten. Ein Feuerwerk aus Klamauk und Slapstick, inszeniert von den Regisseuren, die mit ihrem Film "Ziemlich beste Freunde" 2012 schon einmal einen Riesen-Überraschungserfolg gelandet haben.
(läuft vom 29. 3. bis 4.4. jeweils um 20.15 Uhr)

„Reihe Künstlerporträts" - Wiederaufführung
LOVING VINCENT
GB/Polen 2017, Farbe, 95 Min., dt. synchr. Fassung
Regie: Dorota Kobiela, Hugo Welchman
Darsteller: Douglas Booth, Chris O’Dowd u. v. a.
Animationsfilm über den Maler Vincent van Gogh, aufgerollt als „Dorfkrimi“, in dem ein junger Mann Recherchen über van Goghs tragisches Ende anstellt: Er mietet sich im Dorf Auvers-sur-Oise ein, wo der Maler seine letzten Jahre verbrachte, und befragt Menschen, die van Gogh kannten. Daraus ergeben sich Zweifel, ob der Künstler wirklich Selbstmord beging. „Loving Vincent“ ist der erste Film, der vollständig aus Ölgemälden erschaffen wurde und van Goghs berühmte Bilderwelten auf der Kinoleinwand lebendig werden lässt. Ein nie dagewesenes Gesamtkunstwerk, das den Zuschauer visuell und inhaltlich tief in die Welt des Vincent van Gogh eintauchen lässt. „Ein Fest des Sehens.“ (Berliner Zeitung)
(läuft vom 5. bis 7. und vom 9. bis 11. 4. jeweils um 18 Uhr)

DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER
BRD 2017, Farbe, 111 Min.
Regie: Lars Kraume
Darsteller: Leonard Scheicher, Tom Gramenz, Ronald Zehrfeld, Jördis Triebel, Michael Gwisdek, Burghart Klaußner, Götz Schubert u.v.a.
"Im Oktober 1956 erfahren zwei Abiturienten aus Eisenhüttenstadt bei einem Besuch in Westberlin von den Unruhen in Ungarn. Als der Aufstand blutig niedergeschlagen wird, organisieren sie eine Schweigeminute in ihrer Klasse, was massive Repressionen der DDR-Behörden nach sich zieht. Es stellen sich Fragen nach Integrität, Haltung und Widerstand als zeitlose Themen." (filmdienst)
(läuft vom 5. bis 7. und vom 9. bis 11. 4. jeweils um 20.15 Uhr)

"film & gespräch"
Charly Hübner ist am 8. 4. zu einer Preview vor dem Bundesstart bei uns im Kino
WILDES HERZ
BRD 2017, Farbe, 90 Min.
Regie: Charly Hübner, Sebastian Schultz
Dokumentation über Jan "Monchi" Gorkow, den Sänger der Punkband "Feine Sahne Fischfilet" aus MV. Die Band engagiert sich öffentlich gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie, aber auch gegen Abwanderung, Perspektivlosigkeit und Wendeverliererfrust - Themen, die sich allesamt in der Musik der Band wiederfinden. Der Film ist das so intime wie mitreißende Porträt eines jungen Musikers, der sich mit großem Herzen und noch größerer Klappe gegen den Rechtsruck stemmt und dabei von nichts aufzuhalten ist. Der Film ist eine sehr ehrliche und humorvolle Reise mitten ins wild schlagende Herz einer aufgewühlten Region zwischen Verlierern und Gewinnern, zwischen Rückschlägen und tanzenden Triumphen.
(läuft am 8. 4. um 19.30 Uhr in einer Preview und vom 12. bis 18. 4. jeweils um 20.15 Uhr)

DIE GRUNDSCHULLEHRERIN
Frankreich 2016, Farbe, 105 Min., dt. Fassung
Regie: Hélène Angel
Darsteller: Sara Forestier, Vincent Elbaz u.a.
Der Film zeigt auf einfühlsame Weise, wie viel Hingabe dieser Beruf erfordert. Sara Forestier überzeugt als eine starke Frau, die täglich den Spagat zwischen Arbeit und Privatem meistern muß und für ihre Überzeugungen und Ideale einsteht. Sie ist Grundschullehrerin aus Leidenschaft. Während sie alles gibt, um ihren Schülern den Weg in eine glückliche und erfolgreiche Zukunft zu ebnen, sieht es bei ihr privat chaotisch aus, und sie muß endlich eine Lösung finden, Ordnung in ihr Leben zu bringen.
(läuft vom 12. bis 18. 4. jeweils um 18 Uhr)

"film & gespräch"
VERZEIHT, DASS ICH EIN MENSCH BIN
DDR 1988, Farbe, 90 Min.
Regie: Lew Hohmann
Anläßlich der Aufführung des Friedrich-Wolf-Stücks "Die Matrosen von Cattaro" am Neustrelitzer Theater zeigen wir das Porträt des deutschen Dichters, Arztes und kommunistischen Politikers Friedrich Wolf (1888 - 1953) aus der Sicht seiner sieben Kinder. Ein Film, der Friedrich Wolf mit intimer Kenntnis und kritischem Respekt beschreibt und den Versuch unternimmt, sein soziales und künstlerisches Programm einzuordnen.
(läuft nur am 13. 4. um 20 Uhr mit anschl. Gespräch. Wir haben zu Gast die Leiterin der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Frau Tanja Trögel, Tochter von Markus Wolf)

ARTHUR & CLAIRE
BRD/Österreich/Niederlande 2017, Farbe, 99 Min.
Regie: Miguel Alexandre
Darsteller: Josef Hader, Hannah Hoekstra u.a.
"Zwei lebensmüde Menschen, ein nörgelnder, todkranker Wiener und eine impulsive, aber zutiefst traumatisierte Holländerin, lernen sich in einem Hotel in Amsterdam kennen und streifen gemeinsam durch die Nacht. Die anfängliche Abneigung weicht gegenseitigem Interesse und die angespannte Stimmung des Beginns wandelt sich in Vertrautheit. Unterhaltsame Tragikomödie, die das gewichtige Todesthema immer wieder durch Ironie und schwarzen Humor auffängt. In den beiden Hauptrollen hervorragend gespielt." (filmdienst)
(läuft am 19. und 20. und vom 22. bis 25. 4. jeweils um 18 Uhr)

THE FLORIDA PROJECT
USA 2017, Farbe, 111 Min., dt. Fassung
Regie: Sean Baker
Darsteller: Brooklyn Kimberly Prince, Bria Vinaite, Willem Dafoe u.a.
In den Motels rund um Disneyworld in Orlando, wo kaum Touristen stranden, sondern mittel- und vaterlose Kleinstfamilien hausen, erlebt ein sechsjähriges Mädchen mit ihren Freunden und ihrer Mutter einen Sommer voller Möglichkeiten und Härten. "Sean Baker schildert eine Kindheit am Rande des Existenzminimums in einem Motel in Florida, und verbindet dabei dokumentarisches Gespür mit visueller Lust am Erzählen, ein schmerzlich wahrhaftiges Sozialdrama mit der Magie eines Märchens." (epdFilm)
(läuft am 19. und 20. und vom 22. bis 25. 4. jeweils um 20.15 Uhr)

Stummfilm mit Live-Musikbegleitung
DIE GENERALLINIE
UdSSR 1926 bis 29, s-w, 131 Min.
Regie: Sergej Eisenstein
Darsteller: Marfa Lapkina, Wasja Busenkow u.a.
"Eisensteins Stummfilm über die Kollektivierung der Landwirtschaft als friedliche Revolution: In symbolhaften Szenen von starker Ausdruckskraft wird die Geschichte einer russischen Bauerngemeinde erzählt, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einer Kooperative organisiert und ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt - ein herausragendes Dokument der politischen wie filmästhetischen Entwicklung." (filmdienst)
(läuft nur am 21. 4. um 19.30 Uhr - mit der live-Musikbegleitung von Alexander Kraut, Berlin)

"film & gespräch": 26. 4. um 19.30 Uhr
PREISVERLEIHUNG 8. Neustrelitzer Naturfilmfestival MENSCH! NATUR!
Der Preis wird überreicht an den Publikumssieger des Kurzfilms
GALAMSEY - FÜR EINE HANDVOLL GOLD
BRD 2016, Farbe, 28 Min.
Regie: Johannes Preuß
Eine Geschichte über illegale Goldgräber in Ghana. Was bringt der vermeintliche Goldsegen den Menschen? Wer sind die Profiteure und wer die Opfer bei der zerstörerischen Jagd nach dem Edelmetall. Nach dem Film Preisübergabe und Gespräch mit dem Regisseur.
Danach: LANDRAUB, Österreich 2015, Farbe, 95 Min. - "In seinem nüchtern argumentierenden und doch erschreckenden Dokumentarfilm zeigt Kurt Langbein, wie Regierungen im Namen einer effektiven Nahrungsproduktion Land enteignen." (epdFilm) "Der Film vermittelt in konzentrierter, kontrapunktisch strukturierter Erzählweise tiefe Einblicke in die Strukturen einer immer ungerechter werdenden Welt." (filmdienst)
(beide Filme laufen nur am 26. 4. ab 19.30 Uhr)

Filmreihe "Vielfalt und Toleranz"
WANN WIRD ES ENDLICH WIEDER SOMMER?
BRD 2017, Farbe, 102 Min.
Regie: Barbara Lubich, Michael Sommermeyer
"Über ein Jahr begleitete das Regie-Team die Dresdner Musiker der Band Communale auf Konzerten und Veranstaltungen. Während sie zunächst im Jahr 2015 gegen die Proteste der PEGIDA-Bewegung anspielen, öffnen sie sich im Rahmen ihrer Willkommenskonzerte vor und in Flüchtlingsheimen auch der Teilnahme von Geflüchteten am musikalischen Schaffen. Aus der 'Banda Communale' wird die 'Banda Internationale'." (epdFilm)
(läuft vom 27. 4. bis 1. 5. jeweils um 18 Uhr)

In memoriam Harry Dean Stanton
LUCKY
USA 2017, Farbe, 88 Min.
Regie: John Carroll Lynch
Darsteller: Harry Dean Stanton, David Lynch u.a.
"Momente aus dem Leben eines alten Mannes in der Wüste von Arizona, die sich zu einem bewegenden Porträt eines Menschen verdichten, der es gelernt hat, mit der Einsamkeit und dem Bewusstsein der Sterblichkeit umzugehen. Ein zu den Wurzeln der Existenz vordringender wortkarger Film, in dem die Furcht vor dem Tod der gelassenen Akzeptanz täglicher Rituale weicht." (filmdienst) "Der großartige Harry Dean Stanton starb im Herbst 2017 im Alter von 91 Jahren: So ist er in diesem Film in seiner letzten Rolle zu sehen. Die Titelfigur ist ihm in mehr als einer Hinsicht auf den Leib geschrieben und damit zum speziellen Vermächtnis an uns Kinozuschauer geworden." (epdFilm)
(läuft vom 27. 4. bis 1. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

kino 2

"Werkschau missingFILMs-Verleih“
IM SPINNWEBHAUS
BRD 2015, s/w, 89 Min.
Regie: Mara Eibl-Ebesfeldt
Darsteller: Sylvie Testud, Ludwig Trepte u.a.
Jonas ist 12 Jahre alt und übernimmt zuversichtlich die Verantwortung für seine beiden jüngeren Geschwister, als eine Mutter sie allein zurückläßt. Doch ihre Abwesenheit zu verheimlichen, überfordert Jonas. "Der in eindringlichem Schwarz-weiß gefilmte Debütfilm erzählt die Geschichte einer Verwahrlosung konsequent aus Sicht der Kinder. ... ein ästhetisch beeindruckendes modernes Märchen." (filmdienst)
(läuft vom 5. bis 7. 4. jeweils um 20 Uhr)

Reihe DEFA-Filme
KEIN HÜSUNG
DDR 1953/54, s/w, 93 Min.
Regie: Artur Pohl
Darsteller: Eva Kotthaus, Rudolf H. Krieg u.a.
"Verfilmung von Fritz Reuters gleichnamiger Dichtung, die die menschenunwürdigen Verhältnisse auf den mecklenburgischen Gütern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schildert. Künstlerisch bedeutsam und überzeugend erzählt der Film von Johann und Mariken, die im Dienst des Barons stehen, aber von ihm kein Wohnrecht erhalten, weil die hübsche Mariken den Baron einst abgewiesen hat. Im Streit tötet Johann den Baron und muß fliehen. Nach 10 Jahren kommt er zurück, seinen Sohn zu holen. Er ist in der Welt herumgekommen, hat die 48er Revolution miterlebt und hofft, daß der Sohn es einmal besser haben wird.
(läuft am 12. und 14. 4. jeweils um 20 Uhr)

DIE GUTEN FEINDE
BRD 2017, Farbe, 93 Min.
Regie: Christian Weisenborn
"Der Filmeamacher Christian Weisenborn spürt dem Leben seines Vaters nach: Der Dramatiker Günter Weisenborn (1920 - 1969) wurde 1942 als Mitglied der 'Roten Kapelle' verhaftet und entging nur knapp der Hinrichtung. Seine Versuche, nach dem Krieg die toten Freunde zu rehabilitieren und den NS-Richter Manfred Roeder juristisch zur Rechenschaft zu ziehen, hatten im restaurativen Nachkriegsklima keine Chance. Ein Dokumentarfilm als spannende Familiengeschichte, die gut in den größeren zeitgeschichtlichen Zusammenhang eingeordnet wird." (filmdienst)
(läuft am 19. und 20. 4. jeweils um 20 Uhr)

Beiträge zum Thema "68er-Bewegung"
AUFRECHT GEHEN - RUDI DUTSCHKE - SPUREN
BRD 1988, Farbe und s/w, 92 Min.
Regie: Helga Reidemeister
Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke, Symbolfigur der damaligen Protestbewegung in Westberlin von einem Attentäter niedergeschossen und schwer verletzt. Als Reaktion auf dieses Attentat erschütterten die schwersten Unruhen der Nachkriegszeit die BRD. Es ist festzustellen, daß ohne die 68er-Revolte die Frauenbewegung, die Friedens- und Ökologiebewegung der BRD bis hin zu Bürgerinitiativen und den Grünen nicht vorstellbar wäre. Ein atemberaubendes Zeitdokument.
(läuft am 27. und 28. 4. jeweils um 20 Uhr)