Kurt Maetzig zum 90. Geburtstag
Sonntag, 1.4. ab 11.00 Uhr: „Ehe im Schatten“, anschliessend Mittagessen
(optional), um 14.00 Uhr: „Das Kaninchen bin ich“; Kurt Maetzig wird anwesend
sein und an-schließend zu einem Filmgespräch zur Verfügung stehen.
Eintrittspreis für einen Film 9 DM/ 7 DM
Eintrittspreis für zwei Filme 14 DM/ 12 DM
Beide Filme mit Mittagessen komplett 25 DM
Um Voranmeldung wird gebeten.

Ehe im Schatten
Deutschland 1947, s/w, 104 Min., ab 16 J.
Buch und Regie: Kurt Maetzig, nach der Novelle „Es wird schon nicht so schlimm“
von Hans Schweikart
Darsteller: Paul Klinger, Ilse Steppat, Alfred Balthoff, Claus Holm, Will Prager
Ein Berliner Schauspieler, mit einer jüdischen Kollegin glücklich verheiratet,
sieht sich im „Dritten Reich“ zunehmend Diffamierungen ausgesetzt. Seine Frau
muß in einem Rüstungsbetrieb schwere körperliche Arbeit verrichten, er wird bei
Kriegsbeginn eingezogen, aber nach kurzer Zeit für seinen Beruf vom Militär
freigestellt. Als er unter Androhungen des Berufsverbots zur Scheidung
gezwungen werden soll, nimmt das Ehepaar sich das Leben.
Nach der Novelle „Es wird schon nicht so schlimm“, in der Hans Schweikart das
tragische Schicksal seines Freundes Joachim Gottschalk nachzeichnete, drehte
Kurt Maetzig für die DEFA dieses erschütternde, zeitgeschichtlich bedeutsame
und formal anspruchsvolle Filmdrama, das auch international große Anerkennung
fand.
Sonntag, 1.4. um 11.00 Uhr

Das Kaninchen bin ich
DDR 1964, s/w, 114 Min., ab 12 J.
Regie: Kurt Maetzig, Buch: K. Maetzig, Manfred Bieler, nach einem Roman von
Bieler
Darsteller: Angelika Waller, Alfred Müller, Irma Münch, Ilse Voigt, Wolfgang
Winkler
Ostberlin nach dem Bau der Mauer: Eine junge Frau, die nach der Verurteilung
ihres Bruders wegen „staatsfeindlicher Hetze“ keine Zulassung zum Studium
erhält, muß sich als Kellnerin durch schlagen. Zufällig verliebt sie sich in
den Richter, der ihren Bruder verurteilte und kollidiert durch ihre spontane
Natürlichkeit mit einer Umwelt, die in verkrusteten sozialen Normen und
„sozialistischen“ Haltungen verharrt.
Eine Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft der DDR über den
zeitlichen Kontext hinaus. Der Film überzeugt durch ausgezeichnete Darsteller
und präzise Dialoge, durch treffenden Humor und klarsichtige
Gesellschaftskritik. 1965 verboten, wurde der Film erst im Nov. 1989
uraufgeführt.
Sonntag, 1.4. um 14.00 Uhr