DER FOTOGRAF
Regie: Dariusz Jablonski
1987 wurden in einem Antiquariat in Wien mehrere hundert Farbdias gefunden. Wie sich später herausstellte, waren es Aufnahmen aus dem Ghetto Lódz. Die Bilderserie entstand in den Jahren 1940 bis 1945 und stammte von Walter Genewein, dem NS-Finanzleiter des Ghettos. In seinem Dokumentarfilm "Der Fotograf" stellt der Regisseur die befremdlich harmlos anmutenden Dias den Erinnerungen des Ghettoarztes und Überlebenden Arnold Mostowicz gegenüber. Auf diese Weise wird der ins Museale entrückte Schrecken greifbar und der Zynismus der peniblen, buchhalterischen Aufzeichnungen Genewins entlarvt. Die Überlebensstrategie des Judenratsvorsitzenden und Ghetto-Ältesten Mordechai Chaim Runkowski ist eine andere Holocaustgeschichte, erschütternd, schmerzhaft und todesnah.
"Der Fotograf" ist nicht nur ein Film über das Erinnern, sondern auch eine Reflexion darüber, wie das von Tätern hinterlassene Material filmisch verwertet werden kann.
(läuft nur am Mittwoch, 4.10., um 20 Uhr
- den Lehrerinnen und Lehrern und den Schulklassen empfohlen!! - Sondervorstellungen können mit uns abgesprochen werden!!)